In Sumatra bei den Orang-Utans

Unser erster Stop unserer Indonesien-Rundreise führte uns nach Bukit Lawang auf Sumatra.

Dort kann man im Gunung-Leuser Nationalpark verschieden lange Dschungel-Touren machen und Orang-Utans und andere Affen in freier Wildbahn beobachten. Wir haben einen 3tägigen Dschungel-Trek für 120€ pro Person bei https://www.bukitlawang-jungletrekking.com gebucht. Den Kontakt hatte ich über Facebook in der Indojunkie Gruppe gefunden.

Wir sind 02.08 am Flughafen in Medan gelandet. Von dort musste man noch ca. 4h mit dem Auto über teils sehr kaputte Straßen, vorbei an Palmölplantagen, bis ins Dorf Bukit Lawang fahren. Das Dorf liegt quasi mitten im Urwald an einem Fluss, welcher für die Menschen dort die Lebensgrundlage ist. Der Fluss ist nicht sehr tief, aber man kann die andere Seite nur mit Hängebrücken erreichen.

Das Dorf Bukit Lawang

Nach einer Übernachtung in einer eher einfachen Unterkunft ohne warmes Wasser ging es am 03.08. um 09:00Uhr los.

Die Dschungeltour war anstrengend, aber wirklich super. Aufgrund des Klimas ist man schon nach 100 Metern komplett nassgeschwitzt, aber die Orang-Utans zu sehen entschädigt alles. Die Affen kamen auch ziemlich nah. Manche von ihnen sind in der Wildnis geboren und manche wurden ausgewildert. Es gab nämlich bis vor ein paar Jahren eine Orang-Utan Station, in der kranke Affen aufgepäppelt wurden und einige aus privater  Gefangenschaft befreit wurden. Da nun alle Affen ausgewildert wurden, ist diese Station jetzt geschlossen.

Aber nun die Fotos:

männlicher Orang-Utan

Neben den Orang-Utan gab es natürlich auch noch andere Affen zu sehen. Zum Beispiel diese:

Makake mit Melone

Während der Tour konnte man auch oft das Schreien der Gibbons hören. Das Gebrüll ist sehr laut. Wir haben auch Weißhand-Gibbons gesehen. Diese gelten leider als stark gefährdet. Da sie sich immer hoch oben von Baum zu Baum geschwungen haben, konnten wir leider keine guten Fotos machen.

Dafür aber von diesem niedlichen Kollegen:

Thomas-Leaf-Monkey (Thomas-Langur), von den Indonesiern wegen seiner coolen Frisur auch „Funky Monkey“ genannt

Wir sind 2 Tage lang mindestens 6h gewandert. Zwischendurch haben wir aber oft Pause gemacht. Die Guides haben dann zum Beispiel einen Früchtesnack vorbereitet.

Lecker! Banane, Melone, Maracuja, Litschi, Mandarine und Mangostin

Im Wald wachsen Kautschukbäume. Die Rinde wird von den Bauern angeritzt, damit der Kautschuk ablaufen kann. Dieser wird dann gesammelt und weiteraverarbeitet.

Riesenameise

Es gibt im Urwald Hotspots, an denen die Orang-Utans immer angetroffen werden. Dort waren dann auch mehrere Gruppen von Leuten. Wahrscheinlich kommen die Affen immer wieder dort hin, da sie manchmal von den Besuchern oder Guides mit Obst gefüttert werden. Unsere Guides haben die Affen aber nicht gefüttert, da sie dieses nicht gutheißen. Die Affen sind ja „wild“ und sollen sich ihr essen selbst suchen. Trotzdem merkt man, dass die Orang-Utans Menschen gewöhnt sind bzw. auf jeden Fall schon oft Menschen gesehen hannen, denn sie wirkten gar nicht scheu und  haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Viele Weibchen hatten Babys. So Süüüüüßßßß!

Mutter mit säugendem Baby

Der Nachwuchs bleibt 8 Jahre bei der Mutter.

Dieser hier ist erst ein paar Wochen alt:

Die Mama hat immer darauf geachtet, dass sich das Baby bei  Klettern gut festhält.

Dier hier ist auch noch ein Kind:

Insgesamt hat man im Dschungel nicht so viele andere Tiere außer Affen gesehen. Schlangen und Spinnen sind uns leider nicht begegnet. Es gab gab aber zum Beispiel viele Termitenbauten. Gesehen haben wir noch 2 Nashornvögel ,aber auch die konnte man leider nicht fotografieren. Außerdem hat uns im Camp ein Tausendfüßler besucht und abends hat sich eine Gottesanbeterin, angelockt vom Kerzenschein, in unser Schalfhäuschen verirrt.

Im Hintergrund rechts ist übrigens unser Guide Jimmy

In einem kleinen Bach sah man dieses Tier:

Schildkröte

Den Dschungelkönig haben wir auch getroffen 🙂

Gegen 17-18Uhr erreichten wir das Camp. Die Camps liegen immer an einem Fluss und bestehn aus kleinen, offenen Holzhüttten. Jede Gruppe hat eine Hütte zum Schlafen und eine als Küche. Die „Toilette“ befindet sich etwas versteckt im Urwald und besteht aus einem Loch im Boden. Immerhin gab es Wasser zum nachspülen und normales Klopapier, sowie eine Umzäunung mit einer Tür aus Mülltüten.

Das Camp des ersten Tages!

Waschen musste man sich im Fluss, das war an sich sehr angenehm, nur dass am ersten Tag der Fluss recht flach war und man nicht schwimmen konnte.

Wir hatten im Fluss dann Besuch von ihm:

Die Schlafplätze sahen so aus:

Wir sind meistens so gegen 22Uhr schalfen gegangen und um 8:00Uhr aufgestanden. Man konnte eigentlich ganz gut schlafen, nachts war es auch nicht so warm, da es nachts geregnet hat. Wir hatten ja Moskitonetzte im Bett, aber die waren fast nicht nötig, ich fand es gab recht wenige Mücken. Ich hatte es mir mit den Mücken schlmimer vorgestellt. Beim Wandern durch den Dschungel gab es schon welche, aber wir hatten glücklicherweise ganz gutes Anti-Mückenspray dabei.

Das Abendessen wurde über offenem Feuer in einer großen Pfanne gekocht. Es gab immer Reis, 2 verschiedene Sorten Fleisch, Hühnchen und Rind, sowie ein vegetarisches Gericht. Dann gab es noch Nudeln oder Eintopf und Krabbenkräcker. Das Essen war wirklich sehr lecker und auch reichlich.

So sah es aus:

Abendessen auf dem Boden bei Kerzenschein

Nach dem Abendessen haben die Guides mit uns noch Kartentricks und Streichholzrätsel gemacht. Das war super lustig, wir waren oft zu blöd, um die Rätsel zu lösen. Ich hoffe ich konnte mir einige der Tricks merken.

Am nächsten Morgen sind wir so gegen 09:00Uhr (nach dem Frühstück, welches aus Toastsandwich, Tee und Kaffee bestand) weitergegangen.

Das Camp des zweiten Tages lag an einem etwas tieferen Fluss, wo man auch einigermaßen gut schwimmen konnte. Es gab aber eine recht starke Strömung, weswegen man aufpassen musste nicht abgetrieben zu werden.

Hier hatten wir wieder Besuch von einem Waran:

Was aber noch viel cooler war, war der Besuch von Jackie dem Orang-Utan.

Auf einmal saß Jackie zwischen all den Leuten am Fluss und trank. Dann hat sie sich ein Blatt genommen und es sich auf den Kopf gelegt.  Soooo lustig. Sie hat sich gar nicht stören lassen und man konnte nah ran gehen. Jackie kennt Menschen, da Sie früher mal als Haustier gehalten wurde und später in der Auffangstation gelebt hat. Jackie ist schon über 40 Jahre alt und gehört zu den zutraulicheren, aber auch mal ungemütlich werden könnenden Affen. Bis vor ein paar Wochen hatte Sie ein Baby, dieses ist aber leider gestorben. Wahrscheinlich ist es vom Baum gefallen. Ein paar Ranger fanden nämlich vor nicht allzu langer Zeit ein totes Baby am Boden liegend.

Jackie hat sich am Fluss auch die Hände gewaschen. Dort hatten nämlich irgendwelche Leute ein Stück Seife liegen gelassen. Dieses hat sie genommen und sich tatsächlich damit die Hände eingeseift. Sehr menschlich!  Damit sie die Seife nicht isst, hat ihr ein Guide dann zum Glück sie Seife weggenommen.

Die Begegnung mit Jackie war wirklich einmalig. Orang Utans sind faszinierende Tiere, da sie uns Menschen so ähnlich sind.

Am dritten und letzten Tag sind wir dann noch zu einem Wasserfall im Dschungel gewandert. Dort haben uns die Guides ein tolles Urwaldmakeup verpasst.

Urwald-Makeup

Um zurück ins Dorf zu kommen, haben wir als Verkehrsmittel die Tubes benutzt.                                                                Dieses Sind große Gummireifen, mit den man in der Strömung den Fluss hinunter fahren kann. Das war auch sehr schön, die Strömung war zwar nicht sehr stark, aber die Urwaldlandschft drumherum ist atemberaubend.

Tubes als Verkehrsmittel auf dem Fluss

Ich war allerding sehr überrrascht wieviele Camps es entlang des Flusses gibt und wieviele Menschen dort quasi mitten im Dschungel leben. Sie sind von dem Fluss abhängig. Sie benutzen das Wasser als Trinkwasser, zum Waschen der Wäsche, des Geschirrs und zum Baden.

Insgesamt war der Dschungeltrek das Hightlight unserer Reise. Es war super organisiert, interessant, spannend, lustig und einfach mal was anderes. Ich kann es nur jedem empfehlen. Ich würde auf jeden Fall mindestens eine Übernachtung im Urwald machen. 2 Übernachtungen fand ich für uns ausreichend, eine Woche wären mir zu viel, da es auf Dauer doch recht anstrengend ist und man dann so viele Klamotten mitschleppen muss. Orang Utans sieht man auf jeden Fall, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man bei 7 Tagen so viel mehr sieht. Man geht aber wohl noch weiter in den Urwald hinein und noch einige Höhenmeter mehr hinauf. Die Tour wird übrigens der körperlichen Konstitution der Touristen angepasst. Da wir eine Gruppe aus 7 relativ fitten Leuten um die 30 waren, haben die Guiedes mit uns den schweren Weg genommen. Man kann die Tour auch mit Kindern machen, dann nehemn die Guides andere, einfachere Wege.

Unsere Klamotten, die wir im Dschungel anhatten, haben wir am nächsten Tag in Yogyakarta, welches unser nächster Stop auf der Reise war, sofort im Hotel waschen lassen, da die Klamotten wirklich extrem gestunken haben.

 

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar zu Ulrike Fricke Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.